Lochkamera-Fotografie

 

 

Was ist eine Lochkamera?

  • Lochkameras oder Lochblenden gehen auf die Anfänge der Fotografie zurück, schon Leonardo da Vinci baute eine Lochkamera
  • Lochkameras besitzen, wie der Name sagt, kein Objektiv sondern nur ein Loch wo die eindringenden Lichtstrahlen gebündelt und auf einen Film oder Kamerasensor projiziert werden.
  • Die Schärfe einer Lochkamera hängt entscheidend von der Größe des Loches ab, je kleiner es ist desto schärfer ist das Bild, auch wenn nie die Schärfe wie mit einer Linse erreicht werden kann.
  • Die besondere Eigenschaft ist eine gleichmäßige Bildschärfe über den gesamten dargestellten Bereich, dh. eine totale Tiefenschärfe.
  • Da es sich um ein sehr kleines Loch handelt ist dies vergleichbar mit einer winzigen Blende. è man kann auf fertigen Bildern jedes Staubkorn erkennen, was auf dem Film oder auf dem Sensor des Aufnahmemediums vorhanden ist
  • Außer der geometrisch bedingten Vignetten an den Bildrändern oder Reflexen durch eintretendes Licht existieren keine Bildfehler.

 

Wie bildet eine Lochkamera das Motiv ab?

  • Das Bild ist reell, weil das Licht genau dort zu sehen ist, wo es auf das Aufnahmemedium fällt und nicht durch Linsen gebrochen wird
  • Die Größe des Loches beeinflusst Helligkeit und Schärfe des Bildes, aber nicht den Abbildungsmaßstab.
  • Der Abbildungsmaßstab ist abhängig von der eigentlichen Größe des Motivs (Gegenstandsgröße), dem Abstand zwischen Gegenstand und Lochebene (Gegenstandsweite), und dem Abstand zwischen Filmebene und Lochebene (Bildweite).
  • Die Bildweite entspricht mit anderen Worten auch der Brennweite und ist daher der steuernde Faktor wie groß der Gegenstand dargestellt wird.
  • Daraus folgt: je näher sich die Lochblende am Film oder Kamerasensor befindet desto weitwinkliger wird die Aufnahme

 

(Digitale) Lochkamera-Fotografie

  • Wenn man Lochkamera-Fotografien mit einer digitalen Kamera machen möchte, dann benötigt man eine sogenannte Lochblende
  • Das Fotografieren mit einer Lochkamera ist relativ simpel, da man nicht auf Fokussierung des Bildes achten muss, allerdings existiert eine große Gefahr der Unschärfe durch Verwacklung
  • Dadurch, daß Lochkameras wenig Licht durchlassen muss ggf. mit sehr hohen ISO-Werten gearbeitet werden, was ein Rauschen mit sich bringt, aber gerade dieses erzeugt einen Eindruck alter Fotos.
  • Wenn mit geringen ISO-Werten gearbeitet wird, bekommt man in jedem Fall relativ lange Belichtungszeiten, was daher auch Langzeitbelichtungen am Tage ohne weitere Hilfsmittel ermöglicht. Auf diese Weise erreicht man eine ganze Reihe von künstlerischen Akzenten wie menschenleere Plätze, verschwommene Bäume,….
  • Fotografien, die mit Lochkameras aufgenommen wurden, bekommen eine grafisch-flächige Wirkung durch die fehlende Schärfentiefe, was einen künstlerischen Reiz solcher Fotografien ausmacht
  • Die Vignette von Lochkameraaufnahmen verleiht ihnen direkt auch den Eindruck früherer Fotos, zumal diese Vignette nicht zuverlässig mittig platziert ist. Wenn das verwendete Loch ausgefranst ist sieht die Vignette auch entsprechend fransig aus.
  • Interessante Lochkameraaufnahmen enthalten entweder knallige Farben, sodaß diese ihre Bildwirkung entfalten oder können schön nach schwarz-weiß umgewandelt und ggf. mit einem Sepia-Stich versehen werden.